Moritz während des Empowerment Workshops

Vom Konfliktgebiet zum Neuanfang – wie wir 44 Familien Strom ermöglichten

Wir waren im abgelegenen Dorf Kandiadiou im Süden Senegals, um Familien Stromzugang zu ermöglichen. Wir berichten von unseren Erfahrungen und zeigen dir transparent, wie unser Impact-Modell funktioniert.

Social Impact Senegal

Dahin reisen, wohin sonst niemand fährt

Kandiadiou liegt in der Casamance, im Süden Senegals. Die Region war über Jahrzehnte von einem bewaffneten Konflikt geprägt. Familien mussten fliehen, Dörfer wurden verlassen. Nun beruhigt sich die Lage etwas und Menschen kehren in ihre Dörfer zurück. Sie bauen Häuser wieder auf, legen Gärten an, versuchen dort weiterzumachen, wo das Leben einmal aufgehört hat. Die Sicherheitslage hat sich entspannt, aber selbstverständlich ist sie bis heute nicht.

Genau dorthin sind wir gefahren! Doch so eine Fahrt plant man nicht mal eben. In der Woche vorher mussten wir bei vier verschiedenen Instanzen unser Okay abholen, unter anderem beim Gouverneur und einem Militäroffizier. Insgesamt hat die Fahrt von Ziguinchor, Hauptstadt der Casamance, nach Kandiadiou über drei Stunden gedauert.

Mit vier Pick-up Trucks ging es durch dichten Dschungel, über trockenen Boden, vorbei an kleinen Dörfern. Ab Sindian, dem letzten größeren Ort auf der Strecke, ging es dann mit militärischer Begleitung weiter.

Ob wir Angst hatten? Ehrlich gesagt, nein. Was wir gespürt haben, war eher das Gegenteil. Ein klares Gefühl von Purpose. Wir gehen dahin, wohin andere nicht hingehen. Und das fühlt sich richtig an.

Angekommen im Dorf, sieht man erst einmal einen Ort, der sich neu aufbaut. Häuser, eine Moschee, ein Community Garden. Aber auch Soldaten, die durch die Straßen patrouillieren. Der Staat investiert in die Region – neben militärischer Sicherheit hat er auch einen Solarpark mit über 30 kW Leistung für Kandiadiou finanziert.

Das klingt gut. Ist es auch. Aber es reicht noch nicht. Denn Strom vor dem Dorf heißt nicht Strom im Haus. Die Verkabelung, der Anschluss, der Zähler, der laufende Verbrauch – das alles kostet Geld, welches nach Jahren der Flucht kaum eine Familie hat.

Genau hier setzt unser SOCHILI GOOD PLAN an. Wir ermöglichen finanzschwachen Familien eine kostenlose Solarinstallation im Haus, übernehmen den Stromverbrauch für ein Jahr und laden sie zum Empowerment Workshop ein. Finanziert über unser Impact-Versprechen: Jedes verkaufte SOCHILI-Produkt spendet umgerechnet einen Tag Strom.

Wir konnten 44 Familien den Zugang zu Solarstrom ermöglichen.

Insights vom Empowerment Workshop

Der Workshop fühlte sich an wie eine Dorfversammlung. Vertreteter:innen von über 40 Familien, Plastikstühle unter einem großen Baum, gemeinsames Gebet zum Einstieg. Gesprochen wurde auf Diola und Französisch. Circa drei Stunden sprachen wir über Strom – was er verändert hat, welche Chancen er bringt, aber auch über das, was noch fehlt.

Ich hatte Glück, dass Bakary sich neben mich gesetzt hat. Er musste – wie alle anderen Dorfbewohner – damals aus Kandiadiou fliehen. Er ging in das wenige Kilometer entfernte Gambia, wo man Englisch spricht. Bakary fand dort Arbeit als Feuerwehrmann, ein Beruf, den er bis heute ausübt. Trotzdem ist er zurückgekommen. Er ist einer derjenigen, die in Kandiadiou neu anfangen.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine Frau, die während des Workshops aufstand und sich bedankte – nicht allgemein, sondern für eine ganz konkrete Sache: Sie könne jetzt ihren Kühlschrank benutzen. Vorher stand er nur da, ohne Strom. Jetzt kühlt er Lebensmittel und verändert ihren Alltag.

Familien, die ab sofort mit Solarstrom in ihrem Dorf leben.

Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

Zum Ende des Workshops haben alle Teilnehmer:innen einen Fragebogen ausgefüllt. Die Ergebnisse geben uns ein klares Bild vom Status Quo und helfen uns, unser Impact-Modell kontinuierlich zu optimieren.

Beendet haben wir den Tag mit einem gemeinsamen Gebet und leckerem Essen: Thieboudienne, das Nationalgericht – natürlich mit SOCHILI Saucen!

Bevor es zurückging, haben uns die Dorfbewohner:innen als Dankeschön ihren Community-Garten gezeigt und uns Salate und zwei Ziegen geschenkt.

Dieser Tag ist der Beweis, dass unser Impactmodell funktioniert: Du kaufst ein Produkt, wir spenden an die Share The Power Foundation, diese verteilt die Mittel an lokale Vereine und finanziell benachteilitgte Familien bekommen Strom. Und das mit jedem Produkt: 1 Produkt = 1 Tag Solarstrom!

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